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Echter Teamgeist – ein langer Weg, viele Vorteile, etwas Risiko

Teamarbeit ist heute Bestandteil des Alltags geworden. Im Beruf, in der Ausbildung, im Sport - überall finden sich temporär oder dauerhaft Teams für einen gemeinsamen Zweck zusammen. Es ist allgemein bekannt, dass Gruppen mit einem starken Teamgeist und Zusammenhalt oft erfolgreicher sind. Doch wie entsteht eigentlich dieser Teamgeist?

 

Was ist Teamgeist? Welche Vor- und Nachteile bringt er?

Definitionen

Ein stark ausgeprägter Teamgeist ist zweifellos eine wünschenswerte Eigenschaft für ein Team. Es gibt zahlreiche Definitionen, die alle das Gefühl der Gemeinsamkeit und die höhere Priorität der Teamziele gegenüber den Individualzielen herausstellen:

Crijns und Janich definieren in Interne Kommunikation von Unternehmen Teamgeist wie folgt:

„Der Mitarbeiter lässt sich auf seine Kollegen ein, arbeitet gerne mit ihnen zusammen und ist bereit Erfolge und Misserfolge zu teilen. Die aufgestellten Regeln hält er stets ein. Seinen Kollegen gegenüber ist er fair und hilfsbereit. Wenn seine eigenen Ziele mit den gemeinsamen Zielen kollidieren, ist er bereit, erstere den letzteren unterzuordnen.“

Eine eher aus dem Sport kommende, aber ebenso zutreffende Definition bietet habapix.ch:

„Teamgeist (auch Mannschaftsgeist) ist eine positive soziale Eigenschaft einer Gruppe von Menschen oder einer Mannschaft. Das Team steht zusammen um eine bestimmte Aufgabe erfüllen zu können. Das Wir steht dabei im Vordergrund und nicht das Ich. Weshalb der Teamgeist auch Wir-Gefühl genannt wird.“

The Princeton ‘WordNet fasst kurz und knapp zusammen:

„…the spirit of a group that makes the members want the group to succeed”

Nutzen

Die Vorteile eines hohen Teamgeists sind offensichtlich: Von einer Gruppe von Menschen, in der jedes Mitglied möchte, dass die Gruppe Erfolg hat, kann man eine hohe Motivation, Einsatzbereitschaft und Zusammenarbeit erwarten. Diese Eigenschaften wiederum sollten zu herausragenden Ergebnissen führen. Auch eine hohe Effizienz und Effektivität er Arbeit des Teams ist zu erwarten.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass die Mitglieder solcher Teams positive Erfahrungen an die gemeinsame Arbeit knüpfen und so für sich selbst eine hohe Zufriedenheit erreichen.

Im Idealfall können solche begeisterten Teams andere Arbeitsgruppen mit ihrer Energie anstecken und so das Arbeitsklima in ihrem größeren Umfeld positiv beeinflussen.

Risiken

Andererseits können sich der Stolz und das Zusammengehörigkeitsgefühl aus Teams mit einer starken Bindung auch nachteilig auswirken.

„‘Teamgeist‘ kann sich zu Gruppen-‚Ethonzentrismus‘ entwickeln und zu falschem Wettbewerb und Konflikten zwischen den Gruppen führen“

(Frei übersetzt aus J. Richard Hackman The design of work teams).

Wenn der Zusammenhalt und die Leistung eines einzelnen Teams stark von allen anderen Teams im Unternehmen abweichen, kann diese Gruppe ein elitenhaftes Verhalten entwickeln. Die Mitglieder fokussieren sich dann zu stark darauf, was sie in ihrer Wahrnehmung von allen anderen abhebt.

Auf diese Weise kann ein überhöhter Teamgeist auch zu einem kontraproduktiven Problem für die ganze Organisation werden.

Der Weg zum Teamgeist

Es gibt eine große Auswahl akademischer und populärwissenschaftlicher Literatur darüber, wie leistungsstarke Teams entstehen.

Der Begriff Teamgeist wird dabei teilweise überlappend für einzelne Gruppen (z.B. Projektteams, Lerngruppen, Sportmannschaften) oder ganze Organisationen mit ihrer Unternehmenskultur verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist diese Vermischung unproblematisch. Wenn es um konkrete Schritte geht, sollte jedoch genau zwischen diesen Sichtweisen unterschieden werden. Um das gemeinsame Engagement eines ganzen Unternehmens zu fördern, werden andere Maßnahmen benötigt, als für das Zusammenwachsen eines einzelnen Arbeitsteams.

Die meisten Teams sind nicht von Beginn an die leidenschaftliche „eingeschworene Truppe“. Sie durchlaufen vielmehr einen Teambuilding-Prozess, der im Idealfall zu einer leistungsstarken und stabilen Gruppe führt.

„Der Psychologe Bruce Tuckman verwendete bereits 1965 erstmals die einprägsame Redewendung des „forming, storming, norming, and performing“. Er beschrieb damit den Weg, die die meisten Teams auf dem Weg zu ihrer Höchstleistung gehen. Später fügte er eine fünfte Phase „adjourning“ hinzu (aufschieben, andere verwenden dafür auch den Begriff „mourning“ – klagen)“

Diese Phasen sind auf der Webseite von MindTools im Detail erklärt, von wo auch frei übersetzt dieses Zitat stammt.

Ein anderer Ansatz ist die Teamgeist-Spirale, die ebenfalls mehrere Phasen auf dem Weg zum Hochleistungsteam beschreibt:

Phasen der Teambildung in der Team-Spirale

  1. Initiating: Es besteht eine grundlegende Beziehung. Den Teammitgliedern ist bewusst, dass sie zusammengehören und zusammenarbeiten.
  2. Visioning: Das Team erkennt seine Möglichkeiten und wird sich bewusst, was es erreichen kann
  3. Claiming: Das Team erlebt Solidarität und einen gemeinsamen Zweck. Es schöpft Sicherheit aus dem Bewusstsein, dass es gemeinsam einen Beitrag leistet.
  4. Celebrating: Ehrfurcht, Staunen und Begeisterung über die gemeinsame Leistung
  5. Letting Go: Die Möglichkeit offen und integer zusammenzuarbeiten führt zu einem Gefühl der Freiheit und Erfüllung.

(übernommen von http://www.noblepurpose.com mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Erfolgsfaktoren für einen positive Teamgeist

Forschung, Literatur und die persönlichen Erfahrungen der meisten Menschen stimmen darin überein, dass ein solcher Teambuilding-Prozess nicht immer einfach ist und auch nicht in jedem Fall zu dem gewünschten Ergebnis führt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum eine ganze Branche aus Beratern, Autoren, Eventagenturen und anderen Dienstleistern ihre Unterstützung für diesen Prozess anbieten.

Folgende Erfolgsfaktoren zur Schaffung leistungsstarker, engagierter Teams werden regelmäßig genannt:

  • Jedes Teammitglied ist wertvoll
  • Entscheidungsfreiheit
  • Aktives zuhören
  • Autonomie des Teams,
  • Stortelling
  • Erfolge feiern
  • SMARTe Ziele
  • Engagierte Teamleitung
  • Teambuilding-Events
  • und viele mehr …

Selbstverständlich sind das alles geeignete Maßnahmen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren liegen aber m.E. in den beteiligten Menschen:

Wenn ein oder mehrere Teammitglieder nicht ehrlich am Teamerfolg interessiert sind (oder gar eine eigene Agenda verfolgen), können alle sonst sinnvollen Maßnahmen nicht wirkungsvoll greifen. Auch wenn sich die Situation mit dem Einstellen der ersten Erfolge bessern kann, geht so doch gerade in der kritischen Anfangsphase viel positive Energie verloren. (Dann taugen schlechte Teams allenfalls noch für eine Lernerfahrung, wie ich sie hier beschrieben habe.)

Ebenso wichtig wie das Engagement der Teammitglieder ist die Einstellung des Teamleiters und des Sponsors außerhalb des Teams. Sie werden die Gruppe nur inspirieren und motivieren können, wenn sie sich ernsthaft für den Teamzweck einsetzten. Eine hohe persönliche Authentizität und Glaubwürdigkeit sind Grundvoraussetzungen dafür.

Wie wichtig das Verhalten der Führungskräfte ist, illustriert sehr eindrucksvoll Jim Clemmer, der aufzeigt, wie ineffektive Manager den Spirit einer Organisation zerstören können:

  • Inkonsistenzen zwischen der Außendarstellung und Kommunikation einer Organisation und dem, was die Menschen im inneren täglich erleben
  • Führungskräfte, die ihren Mitarbeitern ungefähr so viel Fürsorge angedeihen lassen, wie ihrem Büromaterial
  • Zahlreiche Genehmigungsebenen, langsame Entscheidungsprozesse, Vorschriften, die jedem selbständigen Handeln im Wege stehen
  • Ungeeignete Entlohnungs- und Beförderungssysteme

Diese Beispiele zeigen dass das Erreichen eines starken Teamgeists kein Selbstläufer ist. Es reicht eben nicht aus, ein paar eindrucksvolle Ankündigungen zu machen, ein Team-Event zu organisieren und alle zu einem Vortrag über selbstorganisierte Teams zu schicken. Bei Teamleitern und Sponsoren müssen Reden und Handeln übereinstimmen. Sie sind diejenigen, die die Teammitglieder zu einem Gefühl der Gemeinsamkeit und des Stolzes inspirieren können.

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