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Die falsche Person auf der falschen Stelle

Warum setzen immer noch Unternehmen die falsche Person auf die falsche Stelle?

Dass Mitarbeiter nur dann gute Leistungen bringen, wenn sie sich mit ihren Aufgaben und ihrem Umfeld wohl fühlen, ist eigentlich eine Binsenweisheit. Umso mehr erstaunt es, dass trotz moderner Instrumente für Personalmanagement, -planung und –entwicklung immer wieder Mitarbeiter auf Stellen landen, auf denen sie einfach fehl am Platze sind. Besonders bei Umstrukturierungen kann dieses Phänomen beobachtet werden.

Zwei Beispiele und ein paar Schlussfolgerungen:

Zwei wahre Begebenheiten

Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen, in einem Unternehmen zu arbeiten, dass nach einer schweren Krise und einem Verkauf komplett umstrukturiert wurde. Wir alle wussten, dass dabei auch viele Arbeitsplätze entfallen würden.

Irgendwann fand das entscheidende Gespräch statt und mein Vorgesetzter eröffnete mir – wie er glaubte – tolle Perspektiven. Es spielte sich etwa folgender Dialog ab:

Vorgesetzter: „Freuen Sie sich, Sie sind noch an Bord

Sie werden in der Kreditabteilung arbeiten und die Kreditentscheidungen treffen.

„Das ist ganz toll für Sie. Da können Sie die anderen mit Ihrer Business-Denke anstecken. Und außerdem haben Sie tolle Entwicklungsmöglichkeiten!“

Ich: „Kreditabteilung? Ernsthaft“

Vorgesetzter: „Das können Sie bestimmt. Das schaffen Sie schon.“

Ich: „Natürlich kann ich das. Haben Sie mal in meinen Lebenslauf gesehen? Kreditwürdigkeitsprüfungen habe ich vor zehn Jahren in meinem ersten Job gemacht. Warum sollte ich das jetzt wieder tun wollen?“

Ich habe am selben Abend begonnen, Bewerbungen zu schreiben. Dann fand ich allerdings hausintern eine andere Stelle, die mich wesentlich mehr interessierte.

Einem Kollegen von mir erging es ähnlich. Da er einen IT-Background hatte, glaubte irgendjemand, er könne das vom Vertrieb genutzte Vorkalkulationstool betreuen. Nun ist aber nicht zwingend jeder IT-ler fit in Excel und hat Talent für Vertriebsthemen.

Der Mann fügte sich in sein Schicksal und ging in den Vertrieb. Da er dort nie wirklich „ankam“, hat er auch nie wirklich gute Arbeit geleistet. Das Kalkulationstool galt weithin als Notlösung, mit der man sich wohl oder übel dauerhaft einrichten musste.

Erst bei der nächsten Umstrukturierungswelle nach rund drei Jahren fand der Mann eine andere Stelle im Unternehmen, die ihm mehr lag. Dort ging es auch mit seiner Leistung wieder bergauf. Später sagte er einmal zu mir

„Wissen Sie, ich habe mich in meinem gesamten Arbeitsleben noch nie so unwohl auf einer Stelle gefühlt, wie damals im Vertrieb. Und ich glaube ich habe auch noch nie so schlechte Arbeit abgeliefert wie dort.“

Was kann man daraus lernen?

  1. Auch in Zeiten von Arbeiten 4.0 und modernem Personalmanagement legen Unternehmen teilweise noch eine erstaunliche Ignoranz an den Tag, wenn Stellen zu besetzen sind. Da ist ein Mitarbeiter und dort eine freie Stelle. Wenn man nur lange genug nachdenkt, fällt einem schon irgendeine Begründung ein, warum beide zusammenpassen. Es gibt ja schließlich ein Direktionsrecht des Arbeitgebers.

 

  1. Bei allem Verständnis, dass nicht jedem Arbeitnehmer seine Wunschstelle gebacken werden kann, etwas Nachdenken und Einfühlungsvermögen sollte man erwarten können. Offensichtliche Fehlbesetzungen, bei denen jeder sagt „Wie konnten sie denn diese Person auf diese Stelle setzen?“ sprechen sich herum. Wenn gleichzeitig mit viel Aufwand das tolle Unternehmensleitbild kommuniziert wurde (Wertschätzung der Mitarbeiter und so), dann ist das absolut kontraproduktiv.

 

  1. Mitarbeiter entwickeln unterschiedliche Strategien, wenn sie sich auf einer ungeliebten Stelle wiederfinden. Manche schauen sich schleunigst nach etwas Bessern um. Andere richten sich ein, versuchen nicht negativ aufzufallen und leiden still vor sich hin.
    Gut für das Unternehmen ist beides nicht.

Was würden Sie tun?
Gehen, bleiben oder erstmal bleiben und in Ruhe nach einer neuen Stelle suchen?

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