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Job und Gehalt: Wie sieht es in bekannten Berufen aus?

Job und Gehalt: Wie sieht es in bekannten Berufen aus?

Das Gehalt bestimmt den Lebensstandard des Menschen und ist deswegen ein wichtiger Faktor für die Berufswahl. Ein Blick auf bekannte Beispiele ist deswegen nie verkehrt.

 

Was verdient Deutschland?

Ob im Privaten oder im Bewerbungsgespräch, ist die Frage nach dem Gehalt in den verschiedenen Berufen ein schwieriges Thema: Einerseits ist die Neugier stets vorhanden, teilweise sogar berechtigtes Interesse. Andererseits gilt es als sensible Angelegenheit, bei der es sich nicht gehört, mit der Tür ins Haus zu fallen. Immerhin gibt es Anhaltspunkte: Die Branche sowie die genaue Tätigkeit geben einen ersten Aufschluss über die Richtung. Die Anzahl der Jahre im Beruf bestimmt anschließend ungefähr die Steigerung, die zum aktuellen Level führt.

Bei dieser Systematik sind zwar große Abweichungen bzw. Fehleinschätzungen möglich. Besser als nichts ist sie dennoch. Interessant sind dabei in jedem Fall die offiziellen Rahmendaten: Die Branche mit der besten Bezahlung ist die Medizin (53.000 Euro jährlich / 4.400 Euro monatlich), das Durchschnittsgehalt in Deutschland lag lt. Statista 2018 bei rd. 35.000 EUR jährlich. Für den einzelnen Job bringen diese Werte allerdings nicht viel. Hier hilft nur der Blick auf konkrete Beispiele, vorzugsweise in besonders verbreiteten Berufen.

Job und Gehalt: Wie sieht es in bekannten Berufen aus?

Gehalt nicht angemessen? Krankenpfleger als Musterbeispiel

Die Nachfrage in Gesundheitsberufen ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Die Rede ist sogar von einem Pflegenotstand. Sinnbildlich für die Branche standen schon immer Krankenpfleger und diese eignen sich auch heute gut, um die Versorgungslücke zu erklären. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 34.000 Euro pro Jahr, also etwas unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt.

Allerdings ist der Beruf viel fordernder als die meisten anderen Jobs: Die körperliche Belastung ist enorm, die emotionale ebenfalls. Dazu kommen dauerhafte Schichtdienste. Auch das nötige Fachwissen für den Arbeitsalltag ist keineswegs gering. Gemessen an diesen Rahmenbedingungen ist die Bezahlung schlichtweg nicht attraktiv; sie wirkt nicht verhältnismäßig und das schreckt viele junge Menschen davor ab, diesen Pfad einzuschlagen.

Mediengestalter: Leidenschaft wichtiger als Geld

Medienberufe ziehen Menschen mit kreativen Neigungen an. Der leicht künstlerische Aspekt spiegelt sich auch in der Bezahlung wider – die Redewendung von der brotlosen Kunst ist schließlich lange bekannt. Mediengestalter steigen mit etwa 25.000 Euro brutto pro Jahr ein, der Durchschnitt liegt bei 30.000 Euro. Mit enthalten im Job sind allerdings chronisch lange Arbeitstage. Überstunden sind oft die Regel, ebenso oft leider ohne adäquaten Ausgleich. Deswegen gilt: Wer auf der Suche nach dem einfachen, großen Geld ist, für den sind Medienberufe nicht die erste Wahl. Die Möglichkeit, sich kreativ ausleben zu können, ist die Hauptmotivation für diesen Weg.

Die Rechtswissenschaft: Immer noch eine Geldgarantie?

Um einen Gegenpol zu liefern, nun der Blick auf einen traditionellen „Geldberuf“. Rechtsanwälte stehen für ein mehr als solides, teils sogar extrem gutes Einkommen. Diese Berufswahl ist jedoch nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des Könnens. Das Studium ist lang und anspruchsvoll, ganz zu schweigen vom tückischen System mit zwei Staatsexamen. Insgesamt dauert der Werdegang zum fertigen Anwalt deutlich länger als bei fast allen anderen Berufen.

Wer es schafft, wird dementsprechend belohnt: Das Durchschnittsgehalt in Deutschland beträgt 76.000 Euro, bereits beim Einstieg sind es 43.000 Euro. Die harten Ausbildungsjahre sind somit als Investment für spätere Vergütung zu sehen. Zu beachten ist dabei eine Eigenheit der Anwaltsbranche: Das berühmt-berüchtigte Prädikatsexamen ist enorm wichtig, um das wirklich hohe Einkommensniveau zu erreichen. Es öffnet die Tür in die Top-Kanzleien, in denen der Weg zum Partner angepeilt wird – und dort sind sogar Millionengehälter üblich.

Deutscher Klassiker: Der Ingenieur und sein Gehalt

Ebenfalls sehr angesehen ist der Ingenieur. In Deutschland gilt das ganz besonders. In Sachen Finanzen stehen Ingenieure immer noch überdurchschnittlich gut da: Im Mittel sind 65.000 Euro pro Jahr verzeichnet. Das entspricht etwa 5.400 Euro monatlich – am Existenzminimum lebt damit niemand. Ein solches Gehalt lässt sich auf ganz verschiedenen Wegen realisieren, da die Bezeichnung Ingenieur viele Disziplinen betrifft: Am bekanntesten ist Maschinenbau, gefolgt von Elektrotechnik, doch auch mit Chemie oder Biochemie ist der Ingenieurstitel möglich. Die Gemeinsamkeit ist dabei stets der Fokus für technisch-naturwissenschaftliche Probleme. Ein gewisses Grundtalent sollte folglich vorhanden sein.

Technologie als großer Spielveränderer?

Es zeigt sich also, dass viele alte Klischees nicht von ungefähr kommen und immer noch gültig sind. Für die Berufswahl kann dies hilfreich sein, muss es aber nicht zwingend. Der Einfluss der Technologie wird nämlich immer deutlicher und betrifft nicht nur einzelne Berufe, sondern die Wirtschaft als Ganzes. Dass schon 2030 fast 400.000 Menschen in Deutschland mit Augmented oder Virtual Reality arbeiten werden, ist nur ein Beispiel von vielen.

Weit darüber hinaus geht der Wandel, den die Automatisierung bringen wird. Dieser findet schon heute statt, hat seine volle Flughöhe aber noch lange nicht erreicht. Interessant ist die Prognose, dass die Automatisierung eines Tages nicht nur Arbeiter, sondern auch hochqualifizierte Berufe betreffen wird – Mediziner und Juristen inbegriffen, etwa bei rein analytischen Tätigkeiten. Ohnehin gefährdet fühlen dürfen sich Bankangestellte, deren Jobs bereits aktuell immer stärker von Computern übernommen werden. Im Fazit bedeutet das: Eine Garantie auf Jobsicherheit gibt es langfristig in fast keinem Bereich mehr und ob das ein Grund für existenzielle Sorge ist, hängt nicht zuletzt vom eigenen Vorgehen ab.

Bild 1: ©istock.com/AndreyPopov Bild 2: ©istock.com/Melpomenem

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