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Prüfsiegel, Gütesiegel, Lizenzen und Co.: So wichtig sind Auszeichnungen in deutschen E-Commerce

Pruefsiegel im E-Commerce

Wer Heimtextilien kauft, achtet meist auf den Standard 100 by OEKO-TEX®. Sollen Bio-Lebensmittel im Einkaufswagen landen, wirft man einen Blick auf die Bio-Siegel. Qualitätssiegel, Prädikate und Co. begegnen uns häufig im Alltag. Der Bereich E-Commerce bildet da keine Ausnahme.

Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Onlineshops nehmen sie eine tragende Rolle ein. Schließlich wirken sie sich direkt auf die Kaufentscheidung von Verbrauchern aus. Kann ein Shop ein offizielles Prüfsiegel auf seiner Seite präsentieren, steigt das Vertrauen der Nutzer.

 

Prüfzeichen, Gütesiegel, Prädikat und Lizenz: Eine begriffliche Unterscheidung

Für die Neukundenakquise sind nicht nur Markenkommunikation und Interaktion mit der Zielgruppe relevante Faktoren. Damit ein Onlineshop auf Verbraucher seriös wirkt, sollten bekannte Auszeichnungen in die Gestaltung der Website integriert werden. Jedoch stellt sich die Frage, welche es gibt und wie sie sich unterscheiden. Der Bereich der Zertifikate lässt sich grob in drei Kategorien gliedern:

Gütesiegel:
Unter diesem Oberbegriff verbergen sich Qualitäts- und Gütezeichen, die Auskunft über Komfort und Nutzerfreundlichkeit eines Produkts oder einer Website geben. Die Grundlage für entsprechende Siegel bilden Normen und Qualitätsstandards. Zu bedenken ist, dass es keine Gesetze gibt, die das Verleihen von Gütezeichen regulieren. Dementsprechend könnten Branchen oder einzelne Anbieter ein eigenes Prüf- und Gütesiegel ins Leben rufen.

Prüfzeichen:
Hierbei handelt es sich um Prüfsiegel, die auf einer wissenschaftlich-technischen Untersuchung basieren. Diese wiederum werden von offiziellen Instituten durchgeführt. Die Mehrzahl der Prüfzeichen trifft Aussagen über sicherheitsrelevante Eigenschaften von Produkten. Vergeben werden sie nach einer erfolgreichen Prüfung, daher der Name.

Prädikate:
Diese Auszeichnungen werden von unabhängigen Organisationen vergeben. Dazu gehören beispielsweise Ökotest oder Stiftung Warentest. Diese prüfen ein Produkt nach öffentlich einsehbaren Kriterien. Anschließend wird ein wertendes Prädikat von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ vergeben.

Neben diesen drei Varianten, die sich nicht immer präzise voneinander abgrenzen lassen, gibt es Lizenzen. Hierbei handelt es sich weniger um Auszeichnung, als vielmehr um rechtskräftige Genehmigungen. Sie erlauben beispielsweise die Nutzung eines Patents oder bestimmter Dienste. Alternativ können sie auf die Kontrolle einer übergeordneten Instanz hinweisen.

 

Offizielle Auszeichnungen stärken das Vertrauen

Besonders im E-Commerce sind Gütesiegel ein wesentliches Marketinginstrument, um Neukunden zu gewinnen und Bestandskunden an den eigenen Shop zu binden. Die Nutzung dieser offiziellen Auszeichnungen bedeutet eine Vertrauensgenerierung. Zu dem Ergebnis kommt auch die 2004 veröffentlichte Studie „Gütesiegel und Vertrauen im E-Commerce“ von Jürgen Noll und Michaela Winkler.

Dass Gütesiegel und andere Auszeichnungen maßgeblich zur positiven Wahrnehmung eines Shops beitragen, zeigt weiterhin die Studie „Onlinesiegel Monitor 2020“. Hier gab von rund 2.450 Befragten zwischen 18 und 69 Jahren mehr als die Hälfte an, einen Onlineshop mit Siegel als vertrauenswürdiger einzustufen als einen ohne Zertifikat.

Wie diese Untersuchung zeigt, assoziieren Verbraucher die Auszeichnungen mit Sicherheit. Diese spielt beim Onlineshopping, das einer unpersönlichen Transaktion gleichkommt, eine wichtige Rolle. Vorwiegend neue Shops müssen sich das Vertrauen der Kunden verdienen. Dazu kann ein bekanntes und weit verbreitetes Gütesiegel beitragen.

 

Neue Lizenzvergabe als Gamechanger für deutschen Glücksspielmarkt

Offizielle Auszeichnungen und Lizenzen erhalten nicht nur im klassischen Online-Marketing Bedeutung. Auch in der Glücksspielindustrie können sie das Verhalten der Nutzer beeinflussen. Im Juli 2021 trat in Deutschland ein neuer Glücksspielstaatsvertrag, kurz GlüNeuRStV, in Kraft. Dieser erlaubt es den Bundesländern, eigenständig über die Lizenzierung und Regulierung der iGaming-Märkte zu entscheiden.

Lizenzierte Casinos genießen bei Spielern oftmals einen besseren Ruf als ihre Pendants ohne Lizenz. Durch die staatliche Regulierung werden Sicherheit und Fairness sowie Spielerschutz und Spielerrechte offiziell kontrolliert.

Der deutschen Lizenz gegenüber stehen im iGaming oft europäische Lizenzen, die auch einen vertrauenswürdigen Ruf genießen. Von einigen Spielern wird als vorteilhaft angesehen, dass das Angebot bei den von Nachbarländern lizenzierten Betreibern oft umfangreicher ist. Unter den hierzulande verfügbaren Anbietern ist die Zahl der Casinos ohne Lizenz aus Deutschland bislang noch groß. Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist erst seit etwas mehr als einem Jahr in Kraft und die Mühlen der Behörden arbeiten in Deutschland bekanntlich langsam. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder übernimmt schrittweise ihre Aufgaben und wird zum 01. Januar 2023 länder- und funktionsübergreifend den deutschen Glücksspielmarkt regulieren.

Bereits jetzt ist aber ein Trend zu bemerken, der zeigt, dass auch im Bereich „Online Casinos“ Lizenzen eine wichtige Marketingbotschaft tragen.

 

Das sind die wichtigsten Gütesiegel für Online-Anbieter

Internet-Kriminalität nimmt nicht nur in Deutschland immer weiter zu. Inzwischen veröffentlichen offizielle Stellen wie die Verbraucherzentrale sogar Fakeshop-Listen oder bieten Fakeshop-Finder an. Viele Verbraucher sind dahingehend bereits sensibilisiert und prüfen Online-Shops nach den wichtigsten Gütesiegeln im E-Commerce. Auf dem deutschen Markt zählen dazu:

 

 

Trusted Shops

Hierbei handelt es sich um eines der bekanntesten Zertifikate für Onlineshops in Deutschland. Die Auszeichnung bringt nicht nur einen Vertrauensbonus mit sich, sondern kann auch Kaufentscheidungen von Kunden positiv beeinflussen. Diese erhalten über den „Trusted Käuferschutz“ eine Absicherung ihres Einkaufs bis zu einem Wert von 100 Euro. Die Summe erhöht sich mit „Trusted Shops Plus“ auf 20.000 Euro.

 

EHI

Das Gütesiegel EHI zeichnet geprüfte Online-Shops aus. Um es nutzen zu können, müssen sich die jeweiligen Betreiber in 200 Einzelkriterien testen lassen. Dabei steht die Kontrolle sicherheitsspezifischer und nutzerfreundlicher Faktoren im Vordergrund. Wie auch das Zertifikat Trusted Shops ist das EHI-Siegel in Deutschland verbreitet und den meisten Onlineshoppern bekannt. Daher trägt es ebenfalls zur Vertrauensgenerierung bei.

 

SECUREDSHOP

Das Gütesiegel signalisiert Verbrauchern die Vertrauenswürdigkeit und Seriosität eines Onlineshops. Um es zu erhalten, erfolgen eine Sicherheitskontrolle des Shops sowie eine Bonitätsprüfung. Weitere Kriterien sind die Kundendatenspeicherung sowie die Nutzerfreundlichkeit der Website. Somit wird das Zertifikat ausschließlich an verlässliche Anbieter vergeben.

 

Geprüfter Webshop

Zu den bekannten Gütesiegeln im deutschen E-Commerce zählt auch „Geprüfter Webshop“. Es bescheinigt einem Onlineshop, dass er die notwendigen rechtlichen Vorgaben erfüllt. Dadurch erhöht es das Vertrauen der Kunden in die jeweilige Seite.

 

S@fer-Shopping

Das von TÜV Süd ausgestellte Siegel genießt in der Bevölkerung hohes Ansehen. Auf dem deutschen Markt ist es weit verbreitet. Es symbolisiert einen seriösen Umgang mit Kundendaten. Gleichzeitig werden bei der Vergabe Marketingprozesse, Shop-Organisation und Online-Inhalte einer Kontrolle unterzogen. Hierbei setzt sich das Prüfverfahren aus drei Schritten zusammen. Zunächst erfolgt das Prozess-Audit. Anschließend wird eine Bewertung durch Online-Experten vorgenommen, bevor ein Online-Servercheck erfolgt. Da die Anforderungen für diese Auszeichnung sehr hoch ausfallen, nimmt es auf das Vertrauen von Käufern großen Einfluss.

 

Das Internetsiegel

Das Zertifikat wird vom Verein „Sicherer und seriöser Internetshopbetreiber“ vergeben. Die Voraussetzung besteht hier zunächst in einer Mitgliedschaft. Ebenso muss einer rechtlichen Prüfung durch einen erfahrenen Rechtsanwalt standgehalten werden. Dadurch wird sichergestellt, dass das Siegel ausschließlich seriösen Onlineshops zur Verfügung steht. 

 

TIPP:
Branchenabhängig und im Hinblick auf die Marketingstrategie kann es für ein Unternehmen mit Onlinepräsenz sinnvoll sein, mehrere dieser Gütesiegel zu erringen. Das bescheinigt die Seriosität durch mehrere offizielle Stellen und erhöht das Kundenvertrauen um ein Vielfaches. Gleiches gilt, wenn Onlineshops eine Zertifizierung der wichtigsten deutschen Prüfstelle, des TÜVs, vorweisen können.

 

Nachhaltigkeit als Aushängeschild: Diese Ökosiegel sind in Deutschland beliebt

Neben der Sicherheit spielt für viele Kunden auch die Nachhaltigkeit eines Onlineshops eine wichtige Rolle. Das Umweltbewusstsein der Deutschen befindet sich im Wandel. Es beeinflusst bewusst oder unterbewusst immer mehr Kaufentscheidungen. Aus dem Grund können Ökosiegel ebenfalls zum wirtschaftlichen Erfolg eines Onlineshops beitragen.

Viele von ihnen geben beispielsweise Auskunft über die Nachhaltigkeit des jeweiligen Unternehmens. Dazu zählt unter anderem das Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis, das vorrangig in Wertschöpfungsnetzwerken Bedeutung erhält. Auch Standards für Berichterstattung können für kleine, mittelständische und große Unternehmen wirtschaftlich relevant sein. Während vorwiegend kleinere Betriebe hier mit dem Standard DNK arbeiten, nutzen größere den GRI SRS. Ebenso existieren Siegel für ausgewählte Nachhaltigkeitsthemen:

  • Energie: ISO50001
  • Klimaschutzaspekte: Klimaneutralitäts-Nachweis, Science Based Targets
  • Arbeitsstandards: ISO 450001, SA8000, Amfori BSCI.

Branchenabhängig kann es sinnvoll sein, bei Umweltsiegeln auf branchenspezifische Standards zu setzen.

 

Fazit

Gütesiegel, Prädikate und Co. sind nicht nur für Unternehmen in der analogen Welt ein wichtiger Faktor, um Kunden Seriosität und Vertrauen zu vermitteln. Im E-Commerce dienen sie als eine Art Vertrauensbonus, der sich positiv auf Neukundenakquise und Verkaufszahlen auswirken kann.

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Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/shopping-einkaufen-online-4000414/

 

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