Beschaffungsentscheidungen erklärt am Beispiel Maschinenmesser

Veröffentlicht: Montag, 16. August 2021 15:31
Geschrieben von Sven Hartmann

Beschaffungsentscheidungen am Beispiel Maschinenmesser

Beschaffungsentscheidungen beziehen sich auf die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten, die dem Verantwortlichen eines Unternehmens für die Bereitstellung von Gütern zur Verfügung stehen. 

Zum Beschaffungsbereich gehören weiterhin die Tatbestände des Güterbezuges, -transportes sowie der -lagerung. Letztere beiden sind gleichzeitig ein Hauptbestandteil der Logistik. Die Beschaffungsentscheidung wird daher auch unter Logistik-Controlling eingeordnet.

 

Vielfältiges Beschaffungsmarketing

Die Ausrichtung der Güterbezugsaufgaben liegt auf den Beziehungen zu Partnern der Einsatzseite eines Betriebes. Aufgrund der Tatsache, dass es sich in diesem Fall um Marktpartner handelt, taucht häufig der Begriff „Beschaffungsmarketing“ auf. Es lässt sich in Angliederung an das absatzpolitische Instrumentarium in folgende Bereiche unterteilen:

Wer für die Beschaffungsentscheidungen zuständig ist, steht somit vor äußerst vielfältigen Aufgaben. Für die Bereitstellung der benötigten Güter gibt es eine Vielzahl an Instrumenten. Unternehmen sind vor die Herausforderung gestellt, daraus eine zielgerechte Kombination für das Beschaffungsmarketing zu entwickeln.

 

Vorleistungen in den Bereichen Beschaffung und Einkauf

Die beiden Aspekte spielen insbesondere bei der Frage der Kosten und Qualität eine bedeutende Rolle. Erstere bestimmen zu einem wesentlichen Teil den Verkaufspreis der Produkte eines Unternehmens und infolge dessen den Gewinn. Vor allem für hochwertige Güter ist außerdem die Qualität im Beschaffungs- und Einkaufsbereich von großer Wichtigkeit. Ansonsten lassen sich Endkunden nicht vom Kauf überzeugen. Viele Beschaffungsentscheidungen hängen deshalb von der Beantwortung folgender Fragen ab:

Durch die vernetzte Just-in-Time-Wirtschaft kommt zudem der Lieferfähigkeit und Liefertreue eine hohe Bedeutung zu. Die Lagerhaltung wird aus Kostengründen immer stärker reduziert. Gerade bei einem stark schwankenden und schwer planbaren Bedarf ist es wichtig, dass Bestellungen schnell und zuverlässig angeliefert werden. Auch dies ist bei der Auswahl der Lieferanten zu beachten.

 

Praxisbeispiel: Was bedeutet die Beschaffung von Maschinenmessern?

In zahlreichen Produktionsprozessen von industrieller Fertigung über Verpackungsindustrie bis zu Lebensmitteln werden Materialien geschnitten. Überall hier kommen in den entsprechenden Anlagen Maschinenmesser zum Einsatz.

Sie sind ein Verschleißteil und müssen nach Bedarf ersetzt werden. Ohne funktionsfähiges Messer kann die jeweilige Fertigungsanlage nicht oder nicht in der notwendigen Qualität arbeiten. Die Folge wären Stillstandszeiten, Produktionsausfälle, Qualitätsmängel bis hin zu Vertragsstrafen wenn dadurch Verträge nicht eingehalten werden können.

Für Unternehmen, die Maschinenmesser einsetzen, sind daher folgende Aspekte des Beschaffungsprozesses besonders relevant:

Es wird klar, dass neben Qualität, Auswahl und Preis bei Maschinenmessern auch Verfügbarkeit bzw. Liefergeschwindigkeit wichtige Aspekte der Beschaffungsentscheidung sind.

Da bei Unternehmen auch die Flächenkosten ein wichtiger Ergebnisfaktor sind, ist es oft nicht möglich, ein ausreichendes Ersatzteillager an Maschinenmessern und anderen Verschleißteilen anzulegen. In diesem Fall ist eine möglichst schnelle und zuverlässige Ersatzlieferung ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Lieferanten.

Hält das Unternehmen selbst einen Bestand an Ersatzmessern vor, so ist eine schnelle Lieferbarkeit weniger wichtig. Auch dann muss der Lieferant allerdings zugesagte Lieferfristen einhalten, damit der Vorrat an Ersatzteilen rechtzeitig aufgefüllt werden kann. Ansonsten werden diese Unternehmen bei ihren Beschaffungsentscheidungen schwerpunktmäßig auf Preis und Qualität achten.

 

Beschaffungsplanung

Die Märkte und somit die Lieferketten der Unternehmen werden immer globaler sowie vernetzter. Dieser Umstand beeinflusst selbstverständlich die Einkaufs- und Beschaffungsprozesse. Aufgrund der sich stets erhöhenden Komplexität ist eine gut fundierte Beschaffungsplanung heute das A und O für die Effizienz eines Betriebes.

Diese basiert natürlich auf dem Güterbedarf. Beispielsweise bei Großhandelsunternehmen kann er anhand von zwei Hauptfaktoren abgeleitet werden:

Die exakte Planung umfasst die Vorbereitung und letztendlich das Fällen von Beschaffungsentscheidungen. Grundsätzlich stehen sie im Bezug zu den Handlungsalternativen, über die ein Betrieb im Bereich der Güter verfügt. Gibt es zum Beispiel für ein und dasselbe Produkte verschiedene Lieferanten, gilt es, diese zu evaluieren. Somit wird der Fluss der Beschaffungsgüter vom Einkauf bis zum Transport zum unternehmerischen Standort von der Beschaffungsplanung gesteuert. Hierbei besitzen die Beschaffungsprogrammplanung sowie die Lieferantenpolitik als laufende Entscheidungstatbestände besonders Gewicht.

Zu der Beschaffungsplanung gehört die Festlegung von Bestellpunkten und -mengen. Sie steht in engem Zusammenhang mit der Kalkulation des optimalen Bestandslevels. Die Rolle der Bestellpunktrechnung ist die Ermittlung des Zeitpunktes, an dem die Order erfolgen muss. Als nächster Schritt wird die Bestellmenge festgelegt, was die Aufgabe der sogenannten Bestellmengenrechnung ist.

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