Studie: Erneuerbare Energien heizen globales M&A-Geschäft weiter an

Veröffentlicht: Mittwoch, 05. September 2012 23:41
Geschrieben von Rödl Global Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Im Erneuerbare Energien-Sektor stehen die Zeichen weltweit auf Wachstum. Dies treibt den Kauf und Verkauf von Unternehmen in der Branche weiter an. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Transaktionen im EE-Sektor auf 210, das M&A-Volumen wuchs um 135 Prozent auf 25 Mrd. Euro. Insbesondere Zukäufe von Unternehmen der EE-Branche und Private Equity-Gesellschaften im CleanTech-Bereich beflügeln die Entwicklung. Dies ergibt die Studie „M&A in Renewable Energy – Global Outlook 2012"von Mergermarket und Rödl & Partner. Für das laufende Jahr erwarten 87 Prozent der Experten einen weiteren Anstieg des globalen M&A-Geschäfts im EE-Sektor.

„Die Energiewende erweist sich als Wachstumsmotor für die Branche der erneuerbaren Energien. Das Potenzial der Entwicklung ist noch lange nicht ausgeschöpft. Dies gilt für die westlichen Industrieländer ebenso wie für Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika", erklärt Prof. Dr. Christian Rödl, Geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. „Wir erwarten weiter strategische Zukäufe von Branchenteilnehmern und großen Energieversor­gern in den Bereichen Solar-, Wasser- und Windenergie, Biomasse sowie Geothermie."

Die Key facts der Studienergebnisse:

Für die zum dritten Mal durchgeführte Studie wurden im Frühjahr 2012 weltweit 100 im Bereich Erneuerbare Energien tätige M&A-Experten zur zukünftigen Entwicklung und den Hintergründen von M&A-Transaktionen im EE-Markt befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:

„Der Zeitpunkt für Zukäufe im EE-Markt ist ideal", erklärt Michael Wiehl, Partner von Rödl & Partner. „Wir beobachten eine Konsolidierung in der Branche. Viele Unternehmen sind derzeit unterbewertet. Dies schafft ideale Einstiegschancen für Marktbeteiligte wie auch für Investoren und PE-Häuser. Wem es jetzt gelingt, Technologien und Know-how zu erwerben, kann sich für die zukünftige Entwicklung optimal aufstellen."

 

 

Gebremst werden Zukäufe durch die wieder deutlich schwierigere Finanzierung. Unternehmen der Branche mit hohen Liquiditätsreserven sind daher im Vorteil. Weitere Hindernisse bilden unsichere Genehmigungsverfahren, bürokratische Barrieren und die unklaren politischen Rahmenbedingungen in vielen Ländern. Insbesondere in den bisherigen Boommärkten Italien und Spanien, aber auch in Deutschland stehen Entscheidungen über die zukünftige Vergütung der Einspeisung an.

Im Zuge des Rückgangs staatlicher Subventionen rückt daher die sogenannte Netzparität (Grid Parity) weiter in den Fokus. In vielen Ländern ist eine Einspeisung von Solarstrom zu Marktpreisen theoretisch schon heute möglich. Die befragten Experten erwarten Grid Parity im Solarbereich und Windenergie in Deutschland, Spanien und Italien ab 2015/2016. „„Die höhere Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien durch weiter sinkenden Kosten für die Anlagen und Verbesserung der Effizienz könnte einen neuen Schub an Investitionen auslösen", erklärt Partner Anton Berger, Experte für Erneuerbare Energien bei Rödl & Partner. „In einigen Segmenten ist Grid Parity schon heute erreicht. Eine intelligente staatliche Förderung ist aber in vielen Bereichen noch erforderlich."

Fazit: Die Branche der erneuerbaren Energien hat sich zu einem der wichtigsten Treiber des internationalen M&A-Geschäftes entwickelt. Die Wachstumschancen im EE-Bereich locken immer mehr Investoren an. Gleichzeitig wachsen die Unternehmen der Branche durch strategische Zukäufe im In- und Ausland und stärken damit ihre Wettbewerbsposition. Mit der Netzparität in Sichtweite ist mit einem weiteren Investitionszuwachs zu rechnen.

Die Studie kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 

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