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Neue Studie: Verhältnis von Umsatz zu Working Capital kaum verändert

Die Working-Capital-Studie von Deloitte zeigt, dass sich das Verhältnis Umsatz zu Working Capital in den letzten Jahren kaum verändert hat – laut Geschäftsberichtanalyse der 227 umsatzstärksten deutschen Unternehmen. In einem anhaltend günstigen Finanzierungsumfeld haben die Firmen ihre Umlaufvermögensbindung seit 2010 nur geringfügig verbessert: Die Nettobindung in Tagen blieb auf unverändertem Niveau, Reichweite der Forderungen und Dauer der durchschnittlichen Lieferantenfinanzierung erhöhten sich – wobei die Maschinenbauindustrie und die Energiewirtschaft die größten Verbesserungen aufzeigen. Die relative Kapitalbindung hängt dabei mit der Umsatzgröße der Unternehmen zusammen und ist bei umsatzschwachen besonders hoch.

Firmen mit hohem Verschuldungsgrad weisen ein niedrigeres Working Capital aus als geringer verschuldete. Unabhängig von der Branche haben Unternehmen mit höheren Liquiditätsbeständen die längste Kapitalbindungsdauer. Als Fazit der Studie sollten Unternehmen nicht erst bei niedriger Liquiditätsausstattung handeln und damit Optimierungspotenziale des Working Capital früher nutzen.

„Die Working-Capital-Entwicklung deutscher Unternehmen zeigt, dass das Thema Working-Capital-Optimierung momentan durch das konjunkturelle Umfeld und die günstigen Finanzierungsbedingungen nicht im Fokus steht – andere Managementthemen bekommen derzeit größere Aufmerksamkeit. Daher ist ein unverändertes oder sogar erhöhtes Working Capital zu verzeichnen, sodass dessen Innenfinanzierungsmöglichkeiten ungenutzt bleiben“, sagt Carsten Lehberg, Partner Restructuring Services bei Deloitte.

Abhängigkeit von Unternehmensgröße

Unternehmen diverser Umsatzgröße zeigen deutliche Unterschiede im Working Capital: Die größte Umlaufvermögensbindung haben Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Euro Umsatz (64 Tage). Firmen mit ein bis fünf Milliarden Euro Umsatz liegen mit 61 Tagen über dem Gesamtdurchschnitt von 56 Tagen. Ein deutlich geringeres Working Capital weist die höchste Umsatzklasse ab fünf Milliarden Euro aus: 44 Tage.

Optimierung bei Verschuldung besonders wichtig

Unternehmen mit negativer Profitabilität haben ein überdurchschnittliches Working Capital. Ihre Kapitalbindungsdauer liegt bei 63 Tagen. Firmen mit geringer positiver Rentabilität weisen das branchenübergreifend niedrigste relative Umlaufvermögen und mit 31 Tagen die im Durchschnitt niedrigste Kapitalbindungsdauer auf. Effektives Cashflow-Management gewinnt mit steigendem Verschuldungsgrad an Bedeutung: Während sich bei gering (<10%) verschuldeten Unternehmen eine Kapitalbindungsdauer von 62 Tagen niederschlägt, liegt der Wert höher (>30%) verschuldeter Unternehmen bei nur 36 Tagen.

Höhere Liquidität – größere Kapitalbindung

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die untersuchten Unternehmen ihren absoluten Liquiditätsbestand um zehn Milliarden Euro auf 153 Milliarden Euro erhöhen. Insgesamt verfügen 99 Unternehmen (44%) über eine Liquiditätsreichweite von mehr als 30 Tagesumsätzen und leisten sich mit durchschnittlich 65 Tagen tendenziell die größte Kapitalbindungsdauer.

„Wie die Studie zeigt, besteht nach wie vor großes Potenzial zur Verbesserung der Innenfinanzierung durch Optimierung des Umlaufvermögens“, erklärt Carsten Lehberg. „Viele Unternehmen wenden sich erst dann dem Working-Capital-Management zu, wenn eine Verbesserung der Liquidität bzw. eine Reduzierung der Verschuldung vonnöten ist. Ein Ansatzpunkt, um dieses Potenzial auszuschöpfen, ist in einer prozessübergreifenden Betrachtung und Steuerung zu suchen, beispielsweise durch die Nutzung umfangreicher Data Analytics.“

 

„Cash-to-Cash-Zyklus“ nahezu unverändert

Das mit der Finanzkrise 2010 erreichte Niveau in der Umlaufvermögensreichweite hat sich seither nicht verbessert. Obwohl die Cashflow-Optimierung als Top-Priorität von CFOs gilt, liegt die Netto-Umlaufvermögensbindung in Tagen (C2C-Zyklus) branchenübergreifend bei 57. Transport- und Logistikunternehmen weisen die geringste Kapitalbindungsdauer auf, gefolgt vom Energiesektor und der Informations- und Telekommunikationsbranche. Größter Optimierungsbedarf besteht beim Maschinenbau und der Elektroindustrie, die ein Nettoumlaufvermögen von durchschnittlich fast drei Monaten zeigen.

„Wie die Studie zeigt, besteht nach wie vor großes Potenzial zur Verbesserung der Innenfinanzierung durch Optimierung des Umlaufvermögens“, erklärt Carsten Lehberg. „Viele Unternehmen wenden sich erst dann dem Working-Capital-Management zu, wenn eine Verbesserung der Liquidität bzw. eine Reduzierung der Verschuldung vonnöten ist. Ein Ansatzpunkt, um dieses Potenzial auszuschöpfen, ist in einer prozessübergreifenden Betrachtung und Steuerung zu suchen, beispielsweise durch die Nutzung umfangreicher Data Analytics.“

Studie

Eine FAS-Studie zum Beitrag des Working Capital finden Sie hier im Managementportal.

 

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