Wirtschaftspsychologie: Diversity beginnt im Kopf

Veröffentlicht: Mittwoch, 01. Januar 2014 23:25
Geschrieben von Dr. Michael Gestmann

„Arbeitswelt der Vielfalt" – so lautet das Schwerpunktthema der neuen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaftspsychologie aktuell. Leser erfahren unter anderem, warum Unternehmen ihr Diversity-Management neu ausrichten sollten, welche enormen Mitarbeiterpotenziale bislang ungenutzt sind und warum bzw. wie Stereotype hinterfragt werden sollten.

Diversity-Management soll Unternehmen für gute Mitarbeiter und Nachwuchstalente attraktiver machen. Allerdings belassen es die meisten Unternehmen bei Frauenförderung und reaktiven Ansätzen. Die Zeitschrift Wirtschaftspsychologie aktuell beschäftigt sich daher in ihrer neuen Ausgabe, die am 19. Dezember 2013 erscheinen wird, insbesondere mit Erkenntnissen, wie sich die „Arbeitswelt der Vielfalt" so gestaltet lässt, dass Organisationen und Mitarbeiter stärker profitieren.
 
Diskrepanzen auflösen
Welcher Handlungsbedarf besteht, um die strategische Ressource zu erschließen, zeigt zum Beispiel Jens Landwehr, der in seinem Beitrag die Ergebnisse einer gemeinsamen Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte und der Universität zu Köln vorstellt. Demnach wünschen sich die Mitarbeiter hinsichtlich des Diversity-Managements häufig etwas anderes, als ihnen Unternehmen anbieten – etwa die Frauenquote, Jobsharing oder eine systematische Personalentwicklung für ältere Arbeitnehmer.
 
„Fremde" zu Teammitgliedern machen
Auch ein Mangel an kulturellen Integrationsmaßnahmen besteht, wie Daniela Grötschke und Astrid Podsiadlowski im Rahmen ihrer Forschungen herausfanden. Die beiden promovierten Psychologinnen erläutern, warum ein proaktives Diversity-Management selten ist und eine Geschlechterperspektive dominiert. Somit erstaunt es nicht, dass beispielsweise das Potenzial von Migranten, die hierzulande rund ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen, unzureichend genutzt wird.

 


 
Katastrophen verhindern
Wie Petra Köppel darstellt, sollten Führungskräfte, Personalverantwortliche und Mitarbeiter ihre (unbewussten) Denk- und Verhaltensmuster sowie Vorurteile im Umgang mit „andersartigen Personen" aufdecken, hinterfragen und ändern. Am Beispiel der Daimler AG wird gezeigt, wie Führungskräfte dazu sensibilisiert werden können, ihre mentalen Muster zu reflektieren. Des Weiteren stellen Wirtschaftspsychologen ein Forschungsdesign vor, das untersucht, wie es zur Abspaltung von Untergruppen innerhalb von Teams kommt. Spannend zu lesen ist auch ein Bericht über die Zusammenarbeit multinationaler Teams in der Handelsschifffahrt, der zeigt, wie Standardisierung und Checklisten in (Umwelt-)Katastrophen münden können.

Gesucht: Gesunde Narzissten
Ergänzend zum Schwerpunktthema befassen sich Experten im „Forum" des Fachmagazins damit, weshalb es Führungskräfte mit einem gesunden Narzissmus bedarf, wie sich Erholungskompetenz messen lässt und was beim Gesundheitsmanagement in Behindertenwerkstätten zu beachten ist. Buchtipps zum Schwerpunktthema, News und Trends sowie Studienergebnisse, etwa zur beruflichen Situation von Coaches bzw. von Akademikern mit Behinderungen, vervollständigen die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins für wirtschaftspsychologische Themen.

 


 
Über die „Wirtschaftspsychologie aktuell"
2013 feiert die Zeitschrift „Wirtschaftspsychologie aktuell" ihr 20-jähriges Bestehen. Seit der Übernahme durch die Deutsche Psychologen Verlag GmbH (DPV), einer Tochtergesellschaft des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) im Sommer 2006 hat sich die Zeitschrift als führendes Fachmagazin für wirtschaftspsychologische Themen und Trends etabliert. In jährlich vier Ausgaben berichten Wissenschaftler und Praktiker über psychologische Hintergründe in der Wirtschaft. Zur Leserschaft zählen neben Wirtschaftspsychologen vor allem Führungskräfte, Personalexperten, Trainer, Coaches, Berater und Unternehmer. Auf der Website der Zeitschrift (www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de <http://www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de> ) finden die Leser zusätzliche Inhalte, etwa aktuelle Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie, Hinweise auf neue Studien oder auch die in 2012 eingeführte beliebte Rubrik „Ärger des Monats" von Chefredakteurin Bärbel Schwertfeger.

 

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