Der Glücksspielmarkt: Ein europaweit wachsender Wirtschaftszweig

Veröffentlicht: Dienstag, 20. April 2021 17:26
Geschrieben von Helmut Lanke

Der Glücksspielmarkt: Ein europaweit wachsender Wirtschaftszweig

Der Glücksspielmarkt ist nach wie vor ein wachsender Wirtschaftszweig. Gerade aufgrund der Digitalisierung ist die Branche in den vergangenen Jahren stark gewachsen und kann steigende Umsätze verzeichnen.

 

Wirtschaftszweig Glücksspiel wächst seit Jahren kontinuierlich

Mit dem Internet ergeben sich im Glücksspiel völlig neue Möglichkeiten. In früheren Zeiten war es zwingend erforderlich, die eigene Wohnung zu verlassen, um zu spielen. Das Spiel war mit einigen Erfordernissen verbunden, die viele als unangenehm empfanden. Dazu zählt beispielsweise die vorgeschriebene Kleiderordnung in manchen Casinos.

Laut dem Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder haben die Glücksspiel-Anbieter im analogen Bereich im Jahr 2019 dennoch mehr als elf Milliarden Euro umgesetzt. Der Löwenanteil dabei geht mit insgesamt fünf Milliarden an die Geräte in den Spielhallen.

Doch während sich diese Entwicklung stabil bis leicht abfallend zeigt, steigen die Umsätze im Internet von Jahr zu Jahr rasant an. Die „European Gaming and Betting Association“, die so etwas wie den Branchen-Verband des Glücksspiels in Europa darstellt, gibt an, dass die Anbieter von Online-Glücksspielen in Deutschland rund 2,7 Milliarden Euro umgesetzt haben. Deutschland ist damit nach dem Ausstieg von Großbritannien zum wichtigsten Markt innerhalb der Europäischen Union geworden und der Online-Boom ist längst nicht zu Ende.

Auch im Bereich der verschiedensten Events ist die Beliebtheit von Casinos gewachsen. So sind Spielautomaten und Blackjack-Tisch nicht nur beliebte Ziele bei Junggesell(inn)en-Abschieden, sondern werden auch immer häufiger von Unternehmen als Weihnachtsfeier, allgemeine Teambuilding-Maßnahme oder bei Meetings mit potentiellen Geschäftspartnern angesteuert.

 

Online-Casinos in DACH - Wie ist die Rechtslage?

Das große Problem der Umsätze online ist, dass sie bisher größtenteils am deutschen Fiskus vorbeigingen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die Rechtslage in den einzelnen Ländern ist mitunter sehr verwirrend und es ist für Laien nicht immer eindeutig, was erlaubt und was verboten ist.

In der Schweiz sind Online Casinos zwar seit 2019 erlaubt, allerdings nur, wenn es sich dabei auch um Anbieter aus der Schweiz handelt. Zusätzlich gibt es auch noch Regulierungen zu der Art der Spiele, die im Land erlaubt sind. Die entsprechende Einhaltung der Vorschriften wird von der eidgenössischen Spielbankenkommission kontrolliert.

In Österreich gibt es genauso wie in Deutschland ein staatliches Glücksspielmonopol. Deshalb ist es hier privaten Anbietern grundsätzlich untersagt, ihre Leistungen in Österreich anzubieten. In Österreich ist ein Online Casino deshalb nur dann legal, wenn es eine entsprechende Lizenz für Österreich hat. Aufgrund der restriktiven Handhabung ist das in der Alpenrepublik derzeit ausschließlich bei einem einzigen Anbieter der Fall.

In Deutschland haben sich die Bundesländer im sogenannten Glücksspielvertrag auf gemeinsame Regeln für analoge Casinos geeinigt. Doch Schleswig-Holstein geht hier seinen eigenen Weg und vergibt Lizenzen auch an Anbieter online.

 

 

Die neuen rechtlichen Entwicklungen

Aus derzeitiger Sicht sieht es so aus, als dürfte das Online-Glücksspiel im kompletten Bundesgebiet schon bald legal werden. Laut einem Bericht der Tagesschau haben die Ministerpräsidenten einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, der am 1. Juli des Jahres in Kraft treten soll. Eine der wichtigsten Neuerungen dabei ist, dass beispielsweise Pokerrunden im Internet unter Aufsicht legalisiert werden sollen.

Doch parallel zu den geplanten Änderungen ist auch Kritik von verschiedenen Seiten entstanden. Vor allem Anbietern wie beispielsweise Löwen Entertainment gehen die Lockerungen nicht weit genug. Sie kritisieren das persönliche Einsatzlimit von 1.000 Euro und die persönlichen Registrierungen für den Spielerschutz. Eine Sperrdatei, in der gesperrte Spieler erfasst werden sollen, ist hingegen den Datenschützern hierzulande ein Dorn im Auge.

Deshalb ist es nach wie vor noch fraglich, ob die geplanten Änderungen tatsächlich bereits im Juli in Kraft treten werden.

 

Auch die Staaten profitieren vom Glücksspielmarkt

Es liegt im eigenen Interesse des jeweiligen Landes, schnellstmöglich eine Regelung zu finden, die für lachende Gesichter unter allen Beteiligten sorgt. Die Anbieter wollen ihre Geschäfte legal innerhalb Deutschlands anbieten können, die Spieler wollen eine möglichst große Auswahl und gleichzeitig ein Sicherheitsnetz haben und der Staat erhält die dringend benötigten Einnahmen.

Denn diese werden zu einem Gutteil auch dafür verwendet, soziale Organisationen, den Sport und die Kultur sowie den Umwelt- und Denkmalschutz im Land zu unterstützen.

 

Fazit: Digitales Glücksspiel als Markt der Zukunft

Ist erst einmal der gesetzliche Boden für die Anbieter aufbereitet, führt das dazu, dass sich die Spieler auf sicherem Terrain bewegen können. Darüber hinaus wird es als Anbieter dann auch in Deutschland möglich sein, die Interessenten mit gezielter Werbung auf sich aufmerksam zu machen.

Genauso wie beim Shopping werden wir uns daran gewöhnen, dass sich ein Anteil der Umsätze einfach in die digitale Ebene verlagert. Viele Branchen setzen schließlich auf die Digitalisierung.

 

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